1. Forum Veranstaltungswirtschaft

Die Deutsche Prüfstelle für Veranstaltungstechnik hatte am 02. November zum Forum Veranstaltungswirtschaft nach Baden-Baden eingeladen. „Besuchersicherheit 2011 – Lektion gelernt?“ Diese Frage stellten acht hochkarätige Referenten den gut 200 interessierten Besuchern aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland. Es waren Betreibervertreter, Veranstalter, die Behördenseite und technische Planer sowie Verbandsvertreter anwesend.
Die Tagung (Moderation Peter Blach, stagereport) stellte eine echte Innovation in der Veranstaltungtechnikbranche dar, denn erstmalig wurde das Konzept einer interdisziplinären Arbeit konsequent umgesetzt. Anerkannte Experten aus veranstaltungsnahen aber auch gänzlich neuen Themenwelten ermöglichten einen Einblick in deren Sicht- und Arbeitsweisen bzw. konnten Denkanstöße geben. Unter dieser Prämisse ist das Forum als Dialogveranstaltung angelegt worden – es sollten keine fertigen Lösungen oder Konzepte (die es im übrigen in einem hoch spezialisierten und individualisierten Markt kaum geben kann) angepriesen werden.
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Als überraschender Einstieg für die Teilnehmer startete der Kongress mit einem Kurzfilm, der extra für die Veranstaltung von der HAW und der Schauspielschule Hamburg nach einer Idee von Christian Buschhof, Harald Scherer und Sven Kubin produziert worden ist. Dieser Einspieler zeigte die ganz normale Eventrealität, in der eine Kleinigkeit zusammen mit anderen Faktoren zu einer Beinahekatastrophe führen kann.
Prof. Dr. Wolf Dombrowsky ermöglichte den Teilnehmern sodann in einem empathischen Vortrag zu reflektieren und ihre eigene Position zu bestimmen, wobei er zahlreiche Bezüge zur überspitzten Darstellung im Einspielfilm herstellte, diesen aber immer wieder in die Realität übertrug. Als Soziologe und Katastrophenforscher beschrieb er eindrucksvoll, was in Extremsituationen abläuft und von welchen Faktoren die Beteiligten geleitet werden. Er regte aus seiner Sicht zu einigen kreativen Verbesserungen an, die aufgegriffen werden sollten, damit „die Opfer von Duisburg nicht umsonst gestorben sind“.
Ursus Fuhrmann als Staatsrechtler und ehemaliger Mitarbeiter des Deutschen Städtetags präsentierte den in der Mehrzahl in juristischen Fragen eher unbelasteten Teilnehmern eine umfangreiche Navigation in der Vielzahl der juristischen Felder, in denen sich die Eventbranche – oft unzureichend informiert – bewegt. Mit acht Forderungen unterstrich er, dass der Ruf nach neuen Gesetzen oder Regelungen bzw. der Übernahme ausländischer Handlungsweisen unbegründet ist und postulierte, dass die bestehenden Werke nur konsequent angewandt werden wollen.
In den nachfolgenden sechs Workshopstreams hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich zu informieren und aktiv mitzudiskutieren. Neben klassischen Themen, wie „Sonderrecht im Sonderrecht“ (Hartmut Starke) oder den Anforderungen von Sicherheitskonzepten in der Praxis (Prof. Siegfried Paul i.V. für Andreas Zotz) waren völlig neue Gebiete vom Veranstalter gesetzt: Dr. Hubert Klüpfel informierte über die Möglichkeiten und Grenzen von Simulationen von Besucherströmen bzw. versuchte, sich dem Begriff „Panik“ kritisch zu nähern. Dr. Jörg Schmidt erläuterte aus der Sicht der Berufsfeuerwehr, wie kommunale Gefahrenabwehr organisiert ist bzw. sein sollte, Prof. Dr. Heinz-Willy Brenig (FH Köln und Arbeitsgruppe Veranstaltungssicherheit) fragte aus dem Blickwinkel des Risikoanalytikers „was können, was wollen wir verantworten?“. Susanne Starke berichtete aus Sicht der Psychologie, wie der Faktor Mensch in kritischen Situationen zu bewerten ist bzw. welche Auswirkungen das für die Arbeit in Leitungsfunktionen haben kann.
Die Teilnehmer zeigten sich durchweg überzeugt von dem Konzept der Veranstaltung und ihren Inhalten, wobei Vorschläge gerne vom Organisationsteam entgegen genommen wurden. Getreu dem Motto „das Bessere ist des Guten Feind“ wird im kommenden Jahr erneut zum Forum Veranstaltungswirtschaft geladen, was von den Gesellschaftern der DPVT im Anschluss an den Kongress bekräftigt wurde. Zur Nachbereitung wird allen Teilnehmern in den nächsten Wochen ein Tagungsband zugesandt. Eine Rückschau auf diesen Kongress, der die Reaktion der DPVT bzw. der sie tragenden Gesellschafter (die Verbände DTHG, VPLT, EVVC und FAMAB) auf den Paradigmenwechsel in der Besuchersicherheit markiert, wird auf www.forum-veranstaltungswirtschaft.de online bleiben. Dort informiert der Veranstalter auch über die nächste Auflage des Forums im kommenden Jahr.
Inhaltliche Rückfragen:
DPVT Deutsche Prüfstelle für Veranstaltungstechnik GmbH
T +49(0)4121-261 34 25 . F +49(0)4121-29 16 01

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